Wieso spielt man im Golf ausgerechnet 18 Bahnen?

Wieso spielt man im Golf ausgerechnet 18 Bahnen?Eine berechtigte Frage, auf die es keine mathematisch verbindliche Antwort gibt. Eine «Golfrunde» bestand nämlich nicht immer schon aus 18 Bahnen, sondern aus einer beliebigen Zahl, etwa fünf, sieben, elf, 22, 24 – je nach verfügbarem Terrain. Der Grund, weshalb man sich auf 18 Löcher festlegte, ist wohl im schottischen St. Andrews, dem Ort des traditionsreichsten Golfplatzes der Welt und Ursprung des modernen Regelwerks, zu finden. Der alte «Course» in St. Andrews (erstellt gegen Ende des 15. Jahrhunderts) bestand aus elf Löchern – angelegt auf einem schmalen Stück Land an der Küste. Jede Bahn musste zweimal gespielt werden. 1764 fielen zwei Bahnen ihrer zu kleinen Länge zum Opfer – was eine Platzrunde auf zwei Umgänge zu neun Bahnen reduzierte. 1858 erliess der «Royal & Ancient Golf Club of St. Andrews», eine Institution mit der bis heute nicht zu spassen ist, die Verfügung, dass eine Golfrunde an offiziellen Wettbewerben aus 18 Löchern zu bestehen habe. Weitere Klubs orientierten sich an diesem Massstab. In den 1870-er Jahren wurden 18 Löcher zum Standard. Eine etwas abenteuerliche – aber dem schottischen Geist eher besser entsprechende – Version bezieht sich auf einen (anonymen) Golf-Pionier in St. Andrews. Der soll sich während des Sporttreibens vor allem auf die flüssige Nahrungsaufnahme konzentriert und bemerkt haben, dass es genau 18 Schlucke brauche, um einen Fünftel Scotch (Whiskey) zu trinken. Diese Erklärung ist allerdings nur schon deshalb zu hinterfragen, weil (angesichts des britischen Trinkvermögens) eine Golfrunde eher acht denn 18 Bahnen umfassen müsste. Und ein «Birdy» würde vermutlich nicht «Birdy» heissen, sondern «Cheers.»